Die letzte Fahrt für diese Saison führt uns nach einigen Jahren Abstinenz endlich wieder mal nach Berlin zum Pokalfinale!
Ein Finale ist immer was besonderes. Ein Spiel, es geht um alles und am Ende hälst du im besten Fall was in die Höhe.
Es ist sage und schreibe die zwanzigste große Busfahrt diese Saison. Das ist schon eine beeindruckende Zahl. Darauf können wir als Fanclub zu Recht stolz sein.
Samstag kurz vor fünf rollt der Doppeldecker auf den Parkplatz, die meisten sind schon da und können es kaum abwarten den Bus zu entern. Aber Halt, Zutritt verboten! Erstmal wird gecheckt, dass alle da sind. Dann eine kurze Ansprache von Lars und jetzt erfahren wir auch den Grund dafür. Es gibt eine Überraschung. Dem Anlaß gerecht, gibt es heute für jeden ein Motto-Shirt. Diese liegen auf dem Sitzplatz bereit. Danke für die Umsetzung an Tim, der einige Nerven dabei gelassen hat. Die Vorgeschichte hätte eigentlich einen eigenen Bericht verdient. Danke auch an die Mannschaft, die den Bus am Vorabend gepackt und vorbereitet hat. Mit ein paar Minuten Verspätung verlassen wir die EWR Arena Richtung Hauptstadt. Für heute ist absolutes Traumwetter gemeldet, blauer Himmel, Sonnenschein und 30 Grad. Das heißt für den gesundheitsbewussten Fußballfan, viel, ganz viel trinken. Ich müsste mal einen Mediziner fragen, ob Bier, Vodka und Schnaps das Richtige sind. Machen ich natürlich nicht, sonst heißt es noch nein. Bier und Mischgetränke werden direkt geordert. Kurz vor sechs die erste Schnapsrunde, jeder Tropfen hilft vor Dehydrierung. Irre, was abgeht, die ersten beiden Flaschen sind nach dieser Rund leer. Es sollen noch einige Runden folgen. Celina wird dank der modernen Kommunikationsmittel immer wieder per WhatsApp angefordert. Da lassen wir uns nicht zweimal bitten. Celina hält trotz dickem Knöchel tapfer durch, alles für den Club. Kurz vor Berlin werden die letzten Tropfen aus der Flasche verteilt. Ausverkauft. Hatten wir so auch noch nicht. Zeigt aber, dass heute alle Lust haben und sich auf den Tripp freuen. Die erste Etappe, bis zu einer kurzen Pinkelpause, vergeht auch Dank der guten Musik wie im Flug. Alle nochmal rein und weiter. Lars und Yves spulen die Kilometer bis zu unserer Essenspause souverän ab. Runter auf einen Parkplatz und den Essensstand aufgebaut, Frikadellen mit Schafskäsefüllung und Bratwürste sind heute im Angebot. Sehr lecker und werden gut angekommen. Spätestens jetzt rein ins neue TShirt und aufstellen zum Gruppenfoto. Mittlerweile eine schöne Tradition und wichtig für die sozialen Netzwerke und den eigenen WhatsApp, Insta oder Facebook Status. Rein und wieder auf die Autobahn um den Parkplatz am Olympiastadion zu erreichen. Und da taucht auch das Ortsschild der Bundeshauptstadt auf. Ziel erreicht, Parkplatz gefunden und dann wurde es etwas chaotisch. Einige wollten zum Fanmarsch, einige in den umliegenden Lokalen etwas trinken oder essen. Auch am Bus wurde nochmal aufgebaut. So fanden sich Gruppen zusammen und schließlich schafften es alle ins Stadion. Etwas enttäuscht war ich von der Fanmeile am Stadion. Das habe ich von vorangegangenen Finals in anderer Erinnerung. Egal, 16 Uhr und rein ins Stadion. Dank der vielen Essensstände und Getränkebuden fand jeder bestimmt was für sich. Ich finde die Stimmung vor so einem Spiel immer besonders und mische mich deshalb immer gerne unters Volk. Einfach die besondere Atmosphäre aufnehmen. Zeitig rein in den Block und einen Platz gesucht. Für so ein Finale ein würdiger Rahmen, mir gefällt sogar die blaue Laufbahn. Wir haben diesmal die Ostkurve zugelost bekommen. Vorteil, keine Unterbrechung der Tribüne wie auf der Gegenseite. Nachteil, die Sonne brannte unbarmherzig vom wolkenlosen Himmel. Das Stadion füllt sich immer mehr und man kann schön die Fanlager sehen. Stuttgart in weiß und wir natürlich in rot. Auf beiden Seiten war auch zu erkennen, dass es heute eine Choreo gibt. Zu einem Finale gehört das einfach dazu. Kurz vor dem Anpfiff geht es los, riesige Stoffbahnen werden gespannt. Dank der Handys, sieht man auch unter der Plane etwas davon. Bei uns das Münchner Kindl mit Pokal und auf der anderen Seite Äffle und Pferdle. Das war echt schön mit anzusehen. Das Spiel beginnt nervös, Stuttgart läuft früh an, wir machen zuviele Fehler im Aufbauspiel und verlieren den Ball immer wieder schnell. Halbzeitpfiff. In Halbzeit zwei muss mehr kommen und es kam mehr. Erstmal waren wir auf den Rängen dran, Blockfahnen wurden in beiden Blöcken aufgezogen. Was das heißt, weiß wohl mittlerweile jeder. Pyro. Die gehört zum Pokalfinale wie das Salz in der Suppe. Klar beeinträchtigt das die Sicht. Ich wette, dass ich bei jedem Bilder davon auf dem Handy finde. Es gibt nichts schöneres und wer die Bilder davon sieht, wird beeindruckt sein. Kurz davor noch freundlich den DFB gegrüsst, ein lautes Scheiß DFB erklingt als Wechselgesang auf beiden Seiten. Es ging in erster Linie um die Ticketpreise.
Unser Sturm heute ein wahrer HurriKANE (ich gebe zu, der kommt flach). Für diesen Mann fehlt mir jegliches Superlativ. Sobald der mal aufhört, sollte ihm ein Denkmal an der Arena gesetzt werden. Der schnürt einen Hattrick, einmal per Kopf, einmal aus dem Gewühl, einmal per Elfmeter. Vorallem das zweite Tor war ein Kunstwerk, außerhalb des Sechzehners die Kugel an den Querbalken gezimmert, um ihn dann auf Vorlage von Diaz elegant anzunehmen und mit einer fließenden Bewegung im Tor unterzubringen. Für mich aber die Aktion des Spiels, als er kurz vor Schluß dem Gegenspieler hinterher rennt und den Ball wie ein Abwehrspieler ins aus grätscht. Großartig.
Abfiff. Aus. Pokalsieger. Das Double. Freude pur. Diese Saison geht in die Bayerngeschichtsbücher ein. Was haben wir diese Saison für begeisternden Fussball gesehen inkl. Torrekord. Das hat Spaß gemacht und der kam Dank Vincent Kompany zurück. Man kann diesen Transfer nicht genug loben. Die Mannschaft ein eingeschworener Haufen. Man hatte immer das Gefühl, sie kämpfen für/miteinander.
Die Mannschaft nimmt den Pokal entgegen und rennt zu den Fans in die Kurve. Auch hier spüre ich eine Einheit, ihr auf dem Rasen, wir auf den Rängen.
Sprechchöre für unseren Trainer und Goretzka runden die Feierlichkeiten ab.
Was bleibt:
Freude und Stolz auf das erreichte dieses Jahr. Erleichterung aber auch Traurigkeit, dass jetzt erstmal Pause ist. Wenn du dein komplettes Leben auf Fussball ausgerichtet hast, bist du erfreut über die Pause, aber es wird dir etwas fehlen.
Freude und Stolz auf uns und unseren Fanclub. ZWANZIG grosse Fahrten, den Rest mit dem Sprinter, Auto oder Flugzeug absolviert.
Freude und Stolz auf den Zusammenhalt im Club, der weit über den Fussball hinausgeht. Es sind viele Freundschaften entstanden, Urlaube werden zusammen gebucht, Hochzeiten und Geburtstage gefeiert.
Freude auf die nächste Saison.

Ein besonderer Dank an Lars als Kopf, Initiator, Busfahrer. Ohne ihn und seinen manchmal durchbrechenden positiven Größenwahn wäre das nicht möglich. Wenn du mal aufhörst bekommst du ein Denkmal neben Harry.
Dank an Yves, was als Geschäftsbeziehung begonnen hat, ist mittlerweile zu einer Freundschaft geworden.
Dankeschön an Patrick für die viele Arbeit rund um den Fanclub. Von deinen Schnapskreationen sind alle begeistert.
Dankeschön an die ganzen Helferinnen und Helfer. Wenn ich jetzt anfange die Namen aufzuzählen vergesse ich bestimmt jemanden, das wäre nicht fair. Euer Einsatz ist nicht hoch genug einzuschätzen. Darauf könnt ihr stolz sein.
Dankeschön an alle unsere Lieferanten, die uns mit dem nötigen versorgen.
Dankeschön an jede Mitfahrerin und Mitfahrer. Da spielt es auch keine Rolle, wie oft ihr dabei seid. Wichtig ist nur, dass ihr dabei seid und Spaß habt.

Einge sehe ich in ein paar Wochen auf Malle wieder. Ich freue mich jetzt schon darauf. Da lassen wir es mal richtig krachen.

Nutzt die Sommerpause um den Akku aufzuladen. Auch nächstes Jahr erwarten euch viele spannende Busfahrten. Es wird neue Aufkleber geben. In Sachen Fanclubkleidung wollen wir was machen.

Seid gespannt und nächstes Jahr greifen wir wieder an. Ich will endlich wieder den Henkelpott gewinnen. Dieses Jahr waren wir knapp davor.

RWG Thomas