Mit etwas Verspätung, ich musste unser Ausscheiden erstmal sacken lassen, der Bericht zu unserer Fahrt am Mittwoch gegen PSG.
Ganz verdaut habe ich das Spiel vom Mittwoch noch nicht. Ich wollte unbedingt nach Budapest. Ich wollte das Triple.
Nach dem Jahrhundertspiel in Paris war eigentlich alles bereit für eine weitere magische Europapokalnacht.
Auf diesem Niveau entscheiden oft Kleinigkeiten ein Spiel. Einmal nicht aufgepasst und du läufst hinterher.

Jetzt aber mal ganz von vorne.
Halbfinalrückspiel in der Champions League und wir haben genug Karten um mit einem Doppeldecker anzureisen. Die Schwarzmarktpreise stiegen in astronomische Höhen. Gefühlt jeder wollte dieses Spiel live im Stadion verfolgen. Wir hatten das große Glück dabei zu sein.
Die Abfahrtszeit war human und so konnte der ein oder andere noch ein paar Stunden auf der Arbeit sammeln.
Da wir den Doppeldecker für gleich drei Spiele gebucht haben, konnte er schon am Abend davor vorbereitet werden. Danke an dieser Stelle an das Helferteam. Alle waren pünktlich am Treffpunkt und so konnten wir sehen wie Lars das riesen Gefährt auf den Parkplatz fährt. Was für ein geiles Gerät. Sogar die Seitenwand war mit einem großen Schild verziert – Red Stars United on Tour!!!
Alle rein in den Bus und los ging es zum Abholpunkt in Landau. Patrick macht die erste Runde mit Bezahlkarten. Die ersten Kästen Bier werden geordert. Vodka Lemon wird gemischt. Es lief gut an. In Landau die letzten eingeladen und noch schnell die Blase entleert. Beim letzten mal hat uns doch tatsächlich eine Tussi bei der Polizei dafür angeschwärzt. Was geht in solchen Personen vor.
Mit fast 80 Leuten geht es wieder rauf auf die Autobahn. Die erste Schnapsrunde beginnt sogleich und wird gut angenommen. Die Musik dröhnte dank gekoppelter Boxen auf beiden Stockwerken. Es entwickelte sich eine ausgelassene Stimmung. Bier um Bier wurde in die durstige Kehle gekippt, Vodka Flaschen wurden im Akkord gewechselt. So macht eine Busfahrt wirklich Spaß. Feuchtfröhlich, ausgelassen, aber friedlich und gesittet.
Bei Leipheim runter von der Autobahn, der Magen knurrt. Heute gab es Würstchen und Hähnchenschnitzel. Lecker. Diesmal hatten wir mehr dabei und es reichte auch noch für die Rückfahrt.
Dank Weitwinkel bekamen wir alle auf das Gruppenbild, waren ja ein paar mehr als sonst.
Die letzten Kilometer noch abgerissen und auf dem schon gut gefüllten Nordparkplatz einen guten Standort gesucht, um dem Chaos bei der Abreise zu entgehen.
Noch kurz den Stand aufgebaut, denn heute hieß es noch früher rein als sonst. Ab 20 Uhr sollte die Mannschaft beim Warmmachen angefeuert werden.
Paris hatte heute auch einiges zu bieten und sang sich lautstark ein.
Als unsere Torhüter den Platz betraten, setzte die Südkurve ein. Als später die Spieler kamen, wurde es nochmal etwas lauter. Wir hatten unseren Teil beigetragen um das Team nochmal extra zu motivieren.
Dem Anlaß entsprechend gab es heute eine Choreo über die gesammte Südkurve mit ihren drei Rängen. Das sah richtig geil aus. Spätestens als Paris ebenfalls eine Choreo untermalt von Bengalos präsentierte, wusste jeder um was es heute geht.
Anpfiff, Gegentor, das ging wie gegen Real zu schnell und einfach. Egal, es war ja noch genug Zeit. Immer wieder feuerte das Stadion die Mannschaft auf dem Rasen an. Heute war es aber wie verhext, es fehlte die Leichtigkeit und Durchschlagskraft. Paris machte clever die Räume eng und setzte immer wieder Konter. Dank Manuel Neuer, der gefühlt als einziger Normalform erreichte, blieb es lange beim knappen Vorsprung von PSG.
Auch die Wechsel brachten keinen zusätzlichen Schwung und so dauerte es bis in die Nachspielzeit bis Harry Kane (ihm hätte ich den Champions League Erfolg am meisten gewünscht) den Ausgleich aus dem Gewühl erzielte.
Abfiff, Road to Budapest is closed.
Enttäuschung das es wieder nicht geklappt hat macht sich breit. Man schaut in entsetzte Gesichter, wir waren so nah dran. Wer weiß wann es diese Chance wieder gibt.
Mein persönliches Fazit: Fussball ist ein Ergebnissport, Paris war um ein Tor besser. Die Mannschaft wirkte heute irgendwie gehemmt. Vielleicht war es die Aufregung oder das schnelle Gegentor. Der Schiedsrichter war heute auch nicht auf unserer Seite und gefühlt jeder Entscheidung fiel pro Paris aus. Hat nicht sollen sein.
Aber wie sagte schon Olli Kahn, weiter, immer weiter. Es warten noch zwei Spiele auf uns und dann zum Abschluss noch das Pokalfinale in Berlin. Wir können die Saison immer noch zu einer überragenden machen.
Zeitig mit gedämpfter Stimmung ging es zurück in die Heimat.

Danke an JEDEN der dabei war, Busfahrer, Helfer und Mitfahrer. Das hat trotzdem Spass gemacht.
Wir sind einfach ein geiler Haufen.

RED STARS UNITED

Nach der Fahrt ist vor der Fahrt. Zur Schalenübergabe gegen Köln und zum Pokalfinale geht es wieder mit dem Doppeldecker on Tour.

Wir können stolz sein, in einem solchen Fanclub Mitglied zu sein. Was wir für Fahrten auf die Beine stellen, einfach genial.

RWG Thomas